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Today, no medium more than the image gains quicker entry into the world of our intimate consciousness and feeling. What we see, in a contemporary world filled with visual stimulation, penetrates our brain unfiltered through the eyes and usually remains only a very short moment in our thoughts. If we manage to hold on to it longer, then it is a strong image. Whatever the subject, whether black and white or in color, it always comes down to the capturing of a moment, of a specific condition in reality, at a precise place at a precise time.
 
Exactly here is where the artist partners Marianne Mettler and Tibor Foeldes place the featured pictures, opening questions around the juxtaposition of time; time as we perceive it and time as it inevitably is.
 
Independent of one another in place and intention, they photographed moments, tried to halt them, trap them, as mirrors to their souls. The result is a series of works in photography and video which, positioned directly next to one another (black and white prints next to color) presents time unadorned to the eye of the observer. Thirty years lie between the black and white analog pictures of Tibor Foeldes and Marianne Mettler`s digital color shots made in 2011.
 
The venues are very different, yet the pictures are clearly bound together, and the result is striking. The atmosphere behind the Iron Curtain where the artist Tibor Foeldes grew up, is plainly felt. Black and white underlines the melancholy we associate with life there and then. But are not the works also in color? In those of Marianne Mettler, where color is used as stylistic devise, the images only appear colored at a glance. Her shots, faded, washed out, are witness to everyday life at a place in the Middle East; hidden not behind a wall but behind a veil. Are not these arrested moments also in fact black and white studies? If the observer shares this random impression at the beginning, he will perhaps next attempt to discover other similarities and differences between the adjacent pictures. So, is it the case that over this span of thirty years, that of a whole generation, the ideas of past, present and future are depicted in the ways the artists intend? Each was on their own search to grasp the instant. And the pictures do not deceive; for, amazingly, nothing has finally changed. Nothing at all. Standstill. It is still a village square, children are still at play, people still enter and leave a courtyard, whilst industry and railways leave their marks on the landscape. Nothing at all has changed!
 
                                                                                                                           Markus Lumpert
Standstill
or, an optical illusion with the preception of time
Kein anderes Medium verschafft heute einen rascheren Zugang zu einer Welt unserer eigenen Empfindungen und Wahrnehmungen wie das Bild. Ganz ungefiltert dringt es über das Auge unverfälscht in unser Gehirn. Es ist was wir sehen ob schwarz weiss oder farbig, in der heutigen Welt der visuellen Reize verweilt es auch nur einen kurzen Augenblick in unserem Gedächtnis. Vermögen wir es länger festzuhalten dann ist es wohl ein gutes Bild. Machen wir uns Gedanken darüber dann ist es wohl ein sehr gutes Bild. Aber eines ist es immer eine Momentaufnahme über einen tatsächlichen Zustand an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit.
 
Genau an diesem Punkt des Augenblicks setzen die gezeigten Bilder des Künstlerpaares Marianne Mettler und Tibor Foeldes an, um sich mit Fragen zu gefühlter und realer Zeit auseinanderzusetzen.
 
Unabhängig voneinander in Ort und Absicht haben sie photographiert, versucht die Zeit als Spiegel ihrer Seele anzuhalten, einzufangen. Herausgekommen ist eine Werkfolge in Photographie und Video die vor allem im Aneinanderlegen von schwarz weiss und farbiger Materie dem Auge des Betrachters die Realität von Zeit ungeschminkt vor Augen führt. 30 Jahre liegen zwischen den analog schwarz weiss Aufnahmen von Tibor Foeldes und den 2011 entstanden digitalen Farbphotographien Marianne Mettlers.
 
So verschieden die Schauplätze sind, so verblüffend das Ergebnis. So ist bei Tibor Foeldes die Atmosphäre hinter dem eisernen Vorhang, wo der Künstler aufgewachsen ist, ganz deutlich. Schwarz weiss unterstreicht hier noch die Schwermut die wir gerne, mit dem Leben dort verbinden. Aber sind die Bilder nicht doch auch farbig? Farbe in den Werken von Marianne Mettler, als Stilmittel verwendet, lässt die Bilder auch nur auf den ersten Blick farbig erscheinen. Ihre Aufnahmen aus dem Nahen Osten sind Zeugen heutigen Lebens, das sich zwar nicht hinter einer Mauer aber wohl hinter einem Schleier versteckt. Sind diese festgehaltenen Augenblicke nicht auch schwarz weiss? Und hat der Betrachter erst einmal diesen zufälligen ersten Eindruck den die Photographien vermitteln vom Auge direkt in sein Gehirn projiziert wird er vielleicht in einem weiteren Schritt versuchen die sich gegenüberstehenden Bilder auf Gemeinsamkeiten oder Verschiedenheiten zu untersuchen. Ist es nun tatsächlich so, dass 30 Jahre, die Zeitspanne einer ganzen Generation, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in dem Masse aufzeigen wie es sich die Künstler zum Ziel gesetzt haben? Jeder ist doch für sich auf die Suche nach dem Augenblick, dem Moment aufgebrochen. Die Bilder täuschen nicht, denn erstaunlicherweise ist nichts von alldem eingetreten. Einfach nichts, Stillstand. Ob schwarz weiss oder farbig, Kinder spielen am Dorfplatz, Menschen gehen in einem Hof ein und aus, Industrie und Eisenbahn hinterlassen ihre Spuren in der Landschaft. Es ist nichts passiert!
 
Die Welt der alten Frau im gezeigten Video hat sich auch nicht verändert, ihr Tagesablauf ist stets derselbe. Gut, 6 Monate älter ist sie während der Dreharbeiten geworden, aber geändert hat sich nichts. Unabhängig von Format, Bildqualität und Zeit, ist das was wir bei näherem Hinsehen erkennen, nur stehen gebliebene oder verkleidete Vergangenheit.
 
                                                                                                                Markus Lumpert